Krankheitsbedingte Ausfälle stellen Unternehmen nicht nur organisatorisch vor große Herausforderungen, sondern verursachen auch erhebliche Kosten.
Laut einer aktuellen Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) beliefen sich die Kosten für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall 2025 auf rund 85,6 Milliarden Euro.
Warum ist das so?
- Höhere Löhne und Gehälter erhöhen automatisch die Kosten der Entgeltfortzahlung.
- Die Zahl der Beschäftigten ist gewachsen, wodurch mehr Arbeitnehmer Anspruch auf Lohnfortzahlung haben.
- Die seit 2022 eingeführte elektronische Erfassung von Arbeitsunfähigkeiten sorgt für eine vollständigere Dokumentation von Fehlzeiten.
Steigt der Krankenstand ebenfalls?
- Der BKK-Dachverband meldete einen Rückgang des Krankenstands von 5,90 auf 5,83 Prozent.
- Auch die AOK verzeichnete 2025 leicht weniger Fehltage als im Vorjahr.
Welche politischen Maßnahmen werden diskutiert?
- Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag
- Abschaffung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
Schon gewusst?
💡 Arbeitgeber können bereits heute ein ärztliches Attest ab dem ersten Krankheitstag verlangen. Eine gesetzliche Änderung würde diese Möglichkeit also grundsätzlich nicht neu schaffen.
Fazit
Die Kosten für krankheitsbedingte Ausfälle erreichen in Deutschland neue Höchststände. Allerdings sind dafür nicht ausschließlich höhere Krankenstände verantwortlich. Steigende Löhne, mehr Beschäftigte und eine verbesserte Erfassung von Fehlzeiten spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Für Unternehmen bleibt die Förderung von Gesundheit und Prävention ein zentraler Hebel, um Ausfälle langfristig zu reduzieren und die Produktivität zu sichern.

